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Smart Meter

Smart Meter – Was ist das?

Smart Meter sind intelligente Messgeräte für den Verbrauch von Energie (z.B. Strom, Gas und Wasser), die dem Nutzer nicht nur die Verbrauchte Menge, sondern auch die Nutzungszeit anzeigt. Dabei sind die Geräte mit dem Kommunikationsnetzwerk verbunden und können z.B. dem Netzbetreiber vollautomatisch die Verbrauchsdaten übermitteln. Bereits installierte digitale Zähler sollen zukünftig durch die Smart Meter ersetzt werden.

Der kurze Erklärfilm der Thüga MeteringService GmbH zeigt die Zusammenhänge von Smart Home, Smart Meter und Smart Grid.


Unter Smart Meter lassen sich aber auch kleinere Produkte verstehen – die so genannten Energiekostenmessgeräte. Diese werden in die Steckdose, zwischen das Verbrauchsgerät gesteckt und können dem Nutzer per Funk oder online den Energieverbrauch des Gerätes übermitteln. Um diese Geräte soll es in diesem Artikel nicht gehen.

 

Wie ist die Gesetzeslage?

Die Gesetzesgrundlage für die Smart Meter kommt von der EU. Hierbei hat sich die EU Gedanken über den nachvollziehbaren Verbrauch und damit die Steuerungsmöglichkeiten seiner Bürger gemacht. Die Europäische Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen Artikel 13 besagt, dass die Abrechnung des Energieverbrauchs so häufig erfolgen soll, dass der Verbraucher in der Lage ist seinen Energieverbrauch zu steuern. Wesentliche Ziele sind hier den Endkunden mindestens alle 3 Monate seine Verbrauchsdaten zur Verfügung zu stellen und damit die Nutzung zu optimieren und Ressourcen zu schonen.

In Deutschland wurde im Jahr 2013 von Ernst&Young im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) eine Kosten-Nutzenanalyse erstellt. Auf Grundlage der Analyse wurde vom BMWi das „Verordnungspaket Intelligente Netze“ erarbeitet. Weitere Informationen zum „Verordnungspaket Intelligente Netze“ finden Sie hier. Die EU empfiehlt eine Smart Metering Markteinführung von 80-100%. Ein Ergebnis der Analyse Schützt die Klein- und Durchschnittsverbraucher, die mit so einer breiten Pflichteinführung vor eine unzumutbare Kostenbelastung gestellt würden. Für Mittel- und Großverbraucher werden die Smart Meter wohl Pflicht. Aktuell liegt die Einbauverpflichtung bei einem Mindestjahresverbrauch von 6000kWh – selbst oder fremd genutzt. Für die Entscheidung werden die durchschnittlichen Verbrauchswerte der letzten drei Jahre herangezogen.

Stand Ende 2015 gibt es keine Einbaupflicht bei privaten Neubauten und Renovierungen.

 

Wo lassen sich die Smart Meter verwenden?

Smart Meter haben im Wesentlichen 4 zentrale Anwendungsgebiete:

Strom

Die intelligenten Stromzähler übermitteln dem Versorger die Verbrauchsdaten aus verschiedenen Zeitfenstern. Der Verbraucher kann seinen Verbrauch über eine App oder ein Webportal des Versorgers einsehen.

Wasser

Auch die intelligenten Wasserzähler senden die Verbrauchsdaten über die Kommunikationszentrale zum Versorger.

Gas und Fernwärme

Auch hier wird über Lösungen nachgedacht die dem Versorger und dem Verbraucher die Verbrauchsdaten nahezu in Echtzeit bereitstellen.

 

Vorteile der Smart Meter

Durch die direkte Übertragung der Verbrauchswerte an den Versorger entfällt für den Verbraucher die Ablesung der Zählerstände. Da sich die Daten quasi in Echtzeit übertragen lassen ist es dem Versorger nun möglich reelle verbrauchsabhängige Monatsrechnungen zu stellen. Die wiederum ermöglicht dem Verbraucher einen extrem schnellen Überblick über seinen tatsächlichen Energieverbrauch und somit wird ihm die Entscheidung erleichtert in einen günstigeren Tarif oder gar den Versorger zu wechseln.

Stichwort Smart Grid (intelligente Stromnetze): Die zunehmende Dezentralisierung der Stromerzeugungsanlagen durch z.B. Windkraft- und Photovoltaikanlagen und die Einbindung erneuerbarer Energien stellt die Netzbetreiber vor immer größere Herausforderungen der Spannungshaltung und Netzstabilität. Von den Netzbetreibern wird nun die Energie in Niederverbrauchszeiten, z.B. mittels Speicherwerken, „geparkt“. In diesen Zeiten werden im intelligenten Stromnetz die Verbrauchspreise geringer sein. Mit den Smart Metering Systemen besteht nun die Möglichkeit, schwankende Strompreise während eines Tages auszunutzen und den Verbraucher so einen Kostenvorteil zu ermöglichen.

Davon profitiert der Verbraucher jedoch nur voll, wenn er über intelligente Haushaltsgeräte verfügt. Diesen Geräten muss es dann möglich sein, zu erkennen wann eine Niedertarif-Zeit beginnt und automatisch ihre Arbeit in diesem Zeitraster erledigen.

 

Nachteile der Smart Meter

Wie bei jeder kommunizierenden Technologie steht auch hier der Datenschutz und die Sicherheit zur Diskussion. Immerhin lässt sich über die Smart Meter Nutzerbezogen nachvollziehen wann die Wohnungsbesitzer zu Hause sind, wann im Büro oder beispielsweise im Urlaub. Die Gefahr des Datenmissbrauches besteht auch hier.

Da die intelligenten Smart Meter wohl auch über eine Fernschaltfunktion verfügen besteht die Möglichkeit z.B. stromintensive Geräte des Verbrauchers vom Versorger abschalten zu lassen. Ebenso könnte der Versorger den ganzen Zähler stilllegen wenn der Verbraucher seine Rechnungen nicht zahlen würde.

Eben diese Fernzugriffsmöglichkeit stellt eine Sicherheitslücke dar, die von Hackern genutzt werden könnte. Laut BMWi sollen alle Geräte über Mindestanforderungen an die Sicherheit um Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität zu gewährleisten. Dafür gibt es Zertifizierungen von IT-Sicherheitsdienstleistern denen die Geräte entsprechen müssen. Aber fest steht – die 100% Sicherheit wird es nicht geben.

Weitere Informationen zur „Verordnungspaket Intelligente Netze“ und das Thema Sicherheit und Datenschutz der Smart Meter finden Sie auf der Webseite des BMWi hier.

 

Was kosten die Smart Meter?

Wie aktuell auch, trägt der Verbraucher oder der Anlagenbetreiber die Kosten für die Zähleranlage. Durch den Einsatz der Smart Meter erhöhen sich jedoch die laufenden Kosten für den Verbraucher.

Beispiel:

Für einen vier Personen Haushalt, der im Jahr 2014 etwa 4.400 kWh verbraucht betragen die Kosten für den Messstellenbetrieb laut BMWi (also die Miete für den Stromzähler) der herkömmlichen Stromzähler ca. 20,00€ pro Jahr.

Für den Smart Meter würde der Haushalt nach Entwurf des BMWi maximal 60,00€ pro Jahr zuzüglich der Installationskosten zahlen.

Nach der Studie von Ernst&Young aus dem Jahre 2013 (zur Studie)läge das Stromkosten-Einsparpotential mit der Smart Meter Technologie durch die Lastverlagerung bei 40,99€, besten Falls bei 80,64€. Berücksichtigt man die Installationskosten wäre die Umstellung also nicht wirtschaftlich.

 

Zukunft der Smart Meter

Aufgrund der EU-Richtlinie 2006/32/EG zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen und der geplanten Umsetzung in Deutschland sehen viele Experten großes Potential in der Smart Meter Technologie. Auch wenn zunächst nur Großverbraucher auf die neue Technik umstellen müssen, so wird mit zunehmender Weiterentwicklung wohl auch der Breitenmarkt, also die privaten Haushalte, davon profitieren und auf die zukunftsorientierten Systeme umstellen. Bis 2030 sollen in deutschen Haushalten ca. 32,9 Millionen Smart-Meter-Systeme eingesetzt sein. Nun liegt es an dem Gesetzgeber und den Versorgern die Umstellung für alle wirtschaftlich zu gestalten.

 

Hier finden Sie Smart Meter und Smart Metering Systeme:

Smart Meter und Smart Metering Systeme